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Tokenisierung oder: Big Expectations und die harte, manchmal ernüchternde Realität

Eines der interessantesten Merkmale im Bereich Blockchain und Immobilien ist die Tokenisierung, da es hiermit möglich wird, in die bislang eher illiquide Anlageklasse Immobilien auf  einfache und kostengünstige Art auch mit kleineren Beträgen zu investieren. Im Idealfall quer über Landesgrenzen hinweg und dabei auch in verschiedene Immobilienarten, wie Wohn- und Gewerbeimmobilien, sowie Grundstücke.

Wie weit der Weg dorthin aber noch ist, zeigt ein Beispiel aus Deutschland.

Im folgenden verlinkten Artikel wird deutlich, welche Hürden zu bewältigen sind und wie komplex die Thematik ist:

https://bitcoinblog.de/2021/08/24/die-tokenisierung-von-immobilien-hat-begonnen-und-sie-ist-nicht-so-aufregend-wie-erhofft/

Eine Anmerkung: Der Artikel bezieht sich auf Bedingungen in Deutschland, hier herrschen am Immobiliensektor teilweise andere rechtliche Bestimmungen als in Österreich, die Grundsituation ist jedoch vergleichbar.

Der ausführliche Artikel und das informative Interview zeigen sehr gut, dass einige Vorstellungen bezüglich dem einfachen Erwerben, Halten oder Handeln von Immobilienanteilen (also den Token) manchmal zu optimistisch sind.

An diesen Immobilienanteilen hängen eine Fülle von Rechten und Verpflichtungen, die Immobilienbesitz mit sich bringt. Die Erfüllung dieser Verpflichtungen bzw. Wahrnehmung der Rechte kann zwar an Dritte abgetreten werden, nur sind dann wieder Intermediäre im Spiel, die eigentlich, so ein häufiges Wunschdenken, ausgeschalten werden sollten. Offen ist auch, ob bzw. wie  kleinteilige Transaktionen in das Grundbuch eingetragen werden können.

Mit Smart Contracts kann zwar ein Teil der Abläufe von An- und Verkäufen automatisiert werden, da aber in weiterer Folge bei Immobilien objektbezogen Entscheidungen getroffen werden müssen die auf Abstimmungen beruhen, ist das nur eine Teillösung. Verfahrensabläufe können mittels Technologie zwar beschleunigt  werden, die von vielen erhoffte Revolution ist das aber noch nicht.

Dennoch: Durchdachte Konzepte können einen einfacheren Weg zum Erwerb von Immobilienanteilen mit sich bringen als bisher. An- und Verkauf können rascher abgewickelt werden, neue Beteiligungsformen können entstehen, dem Markt bringt das mehr Liquidität.
Das ist zwar keine Revolution aber Evolution, und das ist doch schon eine gute Entwicklung.

Hinweis: Die Texte dieses Blogs stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Anlagegütern, Wertpapieren und Währungen, sowie keine Rechts- bzw. Steuerberatung  dar. Sie dienen nur der persönlichen Information und spiegeln ausschliesslich die persönliche Meinung und Einschätzung des Autors wider.